"Die fünffingrige Hand" : Die Bedeutung der sinnlichen Wahrnehmung beim späten Rilke (Quellen und Forschungen zur Literatur- und Kulturgeschichte)

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Die 'Poetik der Sinne' ist für Rilkes Spätwerk zentral und unterstreicht seine Bedeutung für die Lyrik der Moderne. Ausgehend vom Bild der 'fünffingrigen Hand' der Sinne im Aufsatz "Ur-Geräusch" (1919) erschließt die Arbeit erstmals die poetologische Argumentation des Autors und weist sie in der dichterischen Praxis nach. Rilkes Poetik folgt weder einer Hierarchie der Sinne noch synästhetischen Konzepten; vielmehr halten alle fünf Sinne auf eine Grenze des sinnlich Erfahrbaren zu. Das Sehen, werkgeschichtlich bislang leitend, wird im Spätwerk nicht durch das Hören als neuem Leitsinn abgelöst, sondern bleibt in umgewerteter Weise für das poetische Raumkonzept unabdingbar. Sehen und Hören sind überdies eingespannt in eine Konfiguration der Sinne, in der sich die Spannung zwischen Faßbarkeit und Unfaßbarkeit realisiert.

Die Autorin ist DAAD-Lektorin an der Universität Thorn/Toru'n (Polen) mit dem Schwerpunkt Literatur- und Kulturwissenschaft.

"Die Untersuchung erweitert erheblich die Skala der Fragestellungen der Rilke-Forschung." Urszula Kawalec in: Jahrbuch für internationale Germanistik 1/2006

"[...], this is an important book which Rilke scholars will need often to consult." Ritchie Robertson in: Arbitrium 1/2004

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