Isaac La Peyrère : Bibelkritik, Philosemitismus und Patronage in der Gelehrtenrepublik des 17. Jahrhunderts (Frühe Neuzeit)

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Der französische Gelehrte Isaac La Peyrère (1596 1676) galt schon seinen Zeitgenossen als 'Enfant terrible'. Bis in die jüngste Forschung haben seine skandalumwitterten Schriften zu polarisierenden Deutungen geführt, die ihn entweder als Kryptojuden oder als frühen Atheisten ausweisen. Erstmals untersucht die vorliegende Studie ihn und sein Werk nicht nur theologiegeschichtlich, sondern auch im spezifischen Kontext der sozialen Praktiken der europäischen Gelehrtenrepublik des 17. Jahrhunderts. In diesem Spannungsfeld erweisen sich klare Zuordnungen dann als unzulässige Vereindeutigungen: La Peyrères Bibelkritik und sein auffälliges Interesse an den Juden erklären sich sowohl vor dem Hintergrund seiner Patronagebeziehung zum Prinzen Condé wie durch seine spiritualistische Pauluslektüre. Sein 'Du Rappel des Juifs' kann damit in den Rahmen zeitgenössischer Diskurse religiöser Ambiguität eingeordnet werden. Insgesamt versteht sich die Studie auch als Beitrag zum Umgang mit problematischen biographischen Materialien der Frühen Neuzeit wie zur Reflexion moderner Wahrnehmungskategorien zu Wissen, Wissenschaft und Identität.

The book series 'Frühe Neuzeit' - founded in 1987 by Jörg Jochen Berns, Gotthard Frühsorge, Klaus Garber, Wilhelm Kühlmann and Jan-Dirk Müller - publishes editions, monographs and collected volumes advancing fundamental research in the field. It does not seek to produce wide-ranging overviews, premature syntheses or pretentious constructions but takes the long route of detailed work and the exploration of submerged traditions.

Der französische Gelehrte Isaac La Peyrère (1596 1676) galt schon seinen Zeitgenossen als 'Enfant terrible'. Bis in die jüngste Forschung haben seine skandalumwitterten Schriften zu polarisierenden Deutungen geführt, die ihn entweder als Kryptojuden oder als frühen Atheisten ausweisen. Erstmals untersucht die vorliegende Studie ihn und sein Werk nicht nur theologiegeschichtlich, sondern auch im spezifischen Kontext der sozialen Praktiken der europäischen Gelehrtenrepublik des 17. Jahrhunderts. In diesem Spannungsfeld erweisen sich klare Zuordnungen dann als unzulässige Vereindeutigungen: La Peyrères Bibelkritik und sein auffälliges Interesse an den Juden erklären sich sowohl vor dem Hintergrund seiner Patronagebeziehung zum Prinzen Condé wie durch seine spiritualistische Pauluslektüre. Sein 'Du Rappel des Juifs' kann damit in den Rahmen zeitgenössischer Diskurse religiöser Ambiguität eingeordnet werden. Insgesamt versteht sich die Studie auch als Beitrag zum Umgang mit problematischen biographischen Materialien der Frühen Neuzeit wie zur Reflexion moderner Wahrnehmungskategorien zu Wissen, Wissenschaft und Identität.

Andreas Nikolaus Pietsch, Universität Münster.

"Man wird über La Peyrère ab heute anders reden und schreiben müssen als vor diesem Buch." Herbert Jaumann in: www.literaturkritik.de

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