Wahre Geschichten, frei erfunden : Verhandlungen und Markierungen von Fiktion im Peritext (WeltLiteraturen / World Literatures)

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Die Fiktionstheorie sieht in peritextuellen Elementen häufig Signale, die den Umgang mit einem Text steuern oder gar festlegen. Weder die historischen Hintergründe noch die theoretischen Implikationen dieser Annahme wurden ausführlicher analysiert. Diese Studie verfolgt daher zwei Ziele: Einerseits sollen die Anschlussmöglichkeiten und Verschränkungen zwischen theoretischen Positionen in Fiktions- und Paratexttheorie aufgezeigt werden. Andererseits wird in der komparatistisch angelegten Betrachtung von Erzähltexten insbesondere des 18. und 20. Jahrhunderts eine breitere Materialbasis geschaffen, um peritextuelle Signalisierungen, Markierungen und Verhandlungen von Fiktion in ihrem jeweiligen Kontext situieren zu können. Dabei zeigt sich, dass diese immer auch auf zeitgenössische Probleme im Umgang mit fiktionalen Texten reagieren - ob sie nun eine wahre Geschichte versprechen oder aber behaupten, dass alles frei erfunden ist und Ähnlichkeiten zur Realität rein zufällig sind. Der Peritext als vermeintlich externer Kommentar, der aber selbst Teil dessen werden kann, was kommentiert wird, ist ein Ort der Selbstreflexion, an dem sich inter(peri)textuelle Traditionslinien und Topoi herausbilden, die sich als sehr komplex erweisen.

The series of publications of Friedrich Schlegel Graduate School of Literary Studies at Freie Universität Berlin stands for internationally oriented literary studies which go beyond an exclusive focus on the Western tradition and turn towards the European, American, Arabic and Asian literatures of modernity, medieval times and antiquity. The publication forum offers monographs and anthologies which present an exemplary effort within their subject and at the same time cross its boundaries into the philologies and literatures of the world. The purpose is the integration of single disciplinary and comparative research involving neighbouring discursive practices. Friedrich Schlegel's approach obliges to do research of literary cultures from a universal-poetic perspective.

International Board

  • Ute Berns (Universität Hamburg)
  • Stefan Keppler-Tasaki (Universität Tokyo)
  • Renate Lachmann (Universität Konstanz)
  • Catriona MacLeod (University of Chicago)
  • Ken'ichi Mishima (Tokyo Keizai Universität)
  • Glenn W. Most (Scuola Normale Superiore Pisa)
  • Janet A. Walker (Rutgers University)
  • Christy Wampole (Princeton University)
  • Christopher Young (University of Cambridge)

Roman Kuhn, Freie Universität Berlin.

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