Höfische Kompromisse : Acht Kapitel zur höfischen Epik (2007 515 S. 240.00 mm)

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Untersuchungsgegenstand des vom Historischen Kolleg (München) geförderten Unternehmens ist das Verhältnis von 'Kulturmustern' und 'Erzählmustern'. Die Untersuchung setzt an rekurrenten 'Erzählkernen' an, d.h. an der Kombination von offensichtlich als problematisch oder faszinierend erfahrenen Themen mit wiederkehrenden Erzählverläufen. Sie nimmt dabei Anregungen der neueren Narratologie auf, fragt insbesondere bei den Plots höfischer, (in geringerem Maße) auch heroischer Epik nach abgewiesenen Alternativen, narrativer Kompromissbildung, Prozessierung antagonistischer Strukturen, Hybridisierung von Erzählschemata u.ä. Grundthese ist, dass dergleichen narrative Verfahren sich an Problemkonstellationen abarbeiten, die in einer historischen Kultur aporetisch sind, und dass sie für eine historische Gesellschaft 'Lösungen' von diskursiv nicht vermittelbaren Problemen vorschlagen. Die volkssprachige Literatur des hochmittelalterlichen Adels in Deutschland erweist sich damit als Medium einer Bearbeitung des gesellschaftlichen Imaginären. Ausgewählt wurden Problemkonstellationen, die mit einer 'Geschichte des Ich' zusammenhängen: Erzählungen um Genealogie und art, um Familie und religiöse Gemeinschaft, um Namen, um Identitätskrisen, um das hochmittelalterliche Öffentlichkeitsprinzip, um die Darstellung von Innerlichkeit, um Minne und um Passion.

§15§Untersuchungsgegenstand des vom Historischen Kolleg (München) geförderten Unternehmens ist das Verhältnis von 'Kulturmustern' und 'Erzählmustern'. Die Untersuchung setzt an rekurrenten 'Erzählkernen' an, d.h. an der Kombination von offensichtlich als problematisch oder faszinierend erfahrenen Themen mit wiederkehrenden Erzählverläufen. Sie nimmt dabei Anregungen der neueren Narratologie auf, fragt insbesondere bei den Plots höfischer, (in geringerem Maße) auch heroischer Epik nach abgewiesenen Alternativen, narrativer Kompromissbildung, Prozessierung antagonistischer Strukturen, Hybridisierung von Erzählschemata u.ä. Grundthese ist, dass dergleichen narrative Verfahren sich an Problemkonstellationen abarbeiten, die in einer historischen Kultur aporetisch sind, und dass sie für eine historische Gesellschaft 'Lösungen' von diskursiv nicht vermittelbaren Problemen vorschlagen. Die volkssprachige Literatur des hochmittelalterlichen Adels in Deutschland erweist sich damit als Medium ei §15§ner Bearbeitung des gesellschaftlichen Imaginären. Ausgewählt wurden Problemkonstellationen, die mit einer 'Geschichte des Ich' zusammenhängen: Erzählungen um Genealogie und art, um Familie und religiöse Gemeinschaft, um Namen, um Identitätskrisen, um das hochmittelalterliche Öffentlichkeitsprinzip, um die Darstellung von Innerlichkeit, um Minne und um Passion. §12§§"Das Buch ist Ansporn und Modell, das geisteswissenschaftliche Paradigma von literarischem Text und kulturellem Kontext weiter zu bearbeiten und neu zu überdenken."§Hans Rudolf Velten in: Literaturwissenschaftliches Jahrbuch 51/2010§§"[...] und es entsteht ein faszinierendes Panorama höfischer Epik."§Julia Weitbrecht in: Zeitschrift für Germanistik 3/2008§ §01§Jan-Dirk Müller, geboren 1941, ist Professor für deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters an der Universität München.

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