§15§Das Werk geht von der ]berlegung aus, da~ die Philosopie§nicht so sehr mit dem Staunen und Sichwundern anf{ngt,§sondern eher aus dem Leiden und damit aus der§Unvers nlichkeit mit der Ungerechtigkeit erwachsen ist.§Aufgrundvon Beobachtungen, nach denen sich das Selbst- und§Welterleben in mannigfacher Weise als "gespalten", als§zerbrochen oder doppelt darstellt, konzentriert sich das§Buch auf drei haupts{chliche klinisch-literarische§Erscheinungsformen: das gegen die Ungerechtigkeit des§Daseins gerichtete Aufbegehren und Zerbrechen im Tragischen,§das durch Ressentiment begr}ndete absolut B se und die eine§doppelte Wirklichkeit vorspiegelnde Verleugnung. Zur§Erkl{rung dieser Ph{nomene dientdas Konzept des inneren§Konflikts. Die Erkl{rung durch Konflikt und Komplementarit{t§ist }berhaupt die einzige Kausalantwort, die aus der§psychoanalytischen Erfahrung mit Sicherheit abgeleitet§werden kann. Sie macht das psychoanalytische§Menschenve §15§rst{ndnis aus. Will die Psychoanalyse ihren§Anforderungen als Wissenschaft vom inneren Konflikt treu§bleiben, mu~ sie als ein gesonderter Bereich der§symbolischen Erfassung und Gestaltung der Wirklichkeit§aufgefa~t werden, der weitgehend unabh{ngig ist, ein eigenes§Wesen und eine besondere Gesetzlichkeit aufweistund weder§den Natur- noch den Geisteswissenschaften zuzurechnen ist. §03§1 Einführung: Die Suche nach dem Absoluten und das Finden des Maßes.- 1.1 Der Abgrund.- 1.2 Selbstquälerei.- 1.3 Doppelleben.- 1.4 Absolutheitsanspruch.- 1.5 Das Tragische als Wertverabsolutierung und Verleugnung in der Kultur.- 1.6 Kategorien des mythischen Denkens.- 1.7 Konflikt und Komplementarität in der Psychoanalyse.- 1.8 Komplementarität und Metaphern als Mittel theoretischer Erfassung.- 1.9 "... wo wir den Kampf gewaltiger Naturen um ein bedeutend Ziel vor Augen sehn...".- 1: Verblendung und tragische Wahrheit.- 2 Das Tragische und dessen Veruntreuung.- 3 Der Schrei nach Gerechtigkeit - Das Tragische in der Kultur.- 4 "Mein vergiftetes Blut" - Der Geist des Ressentiments und das tragische Bewußtsein (Gedanken zu Pär Lagerkvists Zwerg).- 5 "Die Dinge sind nicht immer so, wie sie scheinen" - Doppelheit und Bruch in der Wirklichkeit bei Dickens.- 6 Die Rolle der Verleugnung in der Kultur.- 2: Das Rad, der Pfad und ein Reich ohne Grenzen - Fragen von Wert und Wahrheit in der P §03§sychoanalyse.- 7 Doppeltext und Kausalverständnis - Erkenntniskritische und wertethische Fragen in der Psychoanalyse.- 8 "Durch die blauen zusammenschlagenden Felsen" - Ein "Wesensbild" der Psychoanalyse.- 9 "Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis" - Plädoyer für die Verwendung von Metaphern in der psychoanalytischen Theoriebildung.- 10 Gedanken zum Problem des wissenschaftlichen Absolutismus.- 11 "Im heiligen Kreise lebendiger Bildung" - Innerer Konflikt und Komplementarität.- 12 "Übergewaltige Gäste aus einer fremden Welt" - Die Autonomie der Psychoanalyse als einer eigenen symbolischen Form.- 13 Literatur.- 14 Personenverzeichnis.- 15 Sachverzeichnis. §01§Dr. med. Leon Wurmser war Professor für Psychiatrie und Psychoanalyse an der University of Maryland; er ist dieser Universität noch durch Lehraufträge verbunden. Neben seiner Vortrags- und Supervisionstätigkeit auf zwei Kontinenten ist er Psychoanalytiker in eigener Praxis in Towson, Maryland (USA) und Lehr- und Kontrollanalytiker der Freudian Society, New York.§